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Das Sitzsack Problem - 2008-01-29 02:55:14

Solltet ihr keinen Sitzsack haben, kauft euch einen. Ein guter Sitzsack will was kosten, aber es lohnt sich, wirklich! Sobald man sich in einen Sitzsack setzt, hat man eine offizielle Entschuldigung, den Rest des Tages nichts mehr zu tun: Er ist einfach zu gemütlich! Ausserdem fällt das Aufstehen extrem schwer, warum sollte man es also erst versuchen?

Als ich kürzlich in meinem neuen Sitzsack saß, fiel mir auf, dass er an seiner Unterseite einen Reissverschluss hat. Ich wurde neugierig, drehte ihn um, zog den Reissverschluss auf und sah - ganz ganz viele kleine weiße Kügelchen! Da konnte ich nicht widerstehen und wühlte ohne über mögliche Konsequenzen nachzudenken mit beiden Armen genüsslich darin herum. Als ich meine Arme wieder heraus zog, waren sie voller Kügelchen, denn diese sind offenbar statisch geladen. Wie sich herausstellte, stand ich nun vor einem ernsthaften Problem.

Es gibt diese Momente im Leben, wo man sich vorkommt wie in einem Computerspiel. Ich berichtete ja schon, wie aus dem Wechseln einer Glühbirne ein kompliziertes point & click Adventure Rätsel wurde. Diesmal allerdings war es ein Physik Rätsel. Wie passend, wo ich doch gerade ein Physikspiel programmiere.

Ich sah mich vor folgende Probleme gestellt:

  • Meine beiden Arme waren voller kleiner Kügelchen.
  • Wenn ich versuchte sie mit den Händen abzustreifen klebten sie an meinen Händen.
  • Beim Wühlen hatten sich bereits ein paar hundert Kügelchen auf Sitzsack und Boden verteilt.
  • Die Kügelchen stießen sich gegenseitig ab, weshalb es unmöglich war sie aufzuheben, weil sie beim Zusammenkehren wild herum flogen.




Nachdem ich die obigen Punkte festgestellt hatte, überlegte ich mir, dass ich ja Informatiker bin und in meinem Studium gelernt habe, wie man an ein Problem herangeht: Erst vereinfacht man es, dann teilt man es in Unterprobleme auf und löst diese eins nach dem anderen. Also machte ich erstmal sehr vorsichtig den Reissverschluss zu, damit bloß keine weiteren Kügelchen herrausfallen würden und schüttelte dann den Sitzsack, sodass alle daran klebenden Kügelchen auf den Boden fielen. Außerdem schüttelte ich meine Arme und Hände, bis auch diese weitestgehend von den klebrigen Kügelchen befreit waren. Der Plan war dann wie folgt:

  • Alle Kügelchen auf einen Haufen kehren
  • Sie in den Messbecher schaufeln
  • Den Messbecher in den Sitzsack entleeren




Das stellte sich allerdings als problematisch heraus, denn die Kügelchen stießen sich ja gegenseitig ab, und wenn sie eins wirklich nicht wollten, dann war es, einen Haufen zu bilden. Auch das Zusammenkehren mit den Händen war wegen der statischen Ladung vollkommen unmöglich. In der Tat war es nichtmal möglich, mehrere Kügelchen auf einmal aufzuheben. So fing ich zunächst an, sie einzeln aufzuheben und in den Messbecher zu werfen, was sich aber als furchtbare Sisifosarbeit herausstellte. Ungünstigerweise klebten die Kügelchen auch auf der Innenseite des Messbechers fest, sodass ich Teil drei meines Plans, das Ausschütten, ebenfalls in Gefahr sah.



Die Lösung erschien mir dann, als ich verzweifelt über den Kügelchen seufzte, woraufhin die angeseufzten Kügelchen beiseite flogen und ein Loch in der Mitte des Kugelmeers bildeten. Na klar, pusten! Ich lief also um die Kügelchen herum und pustete sie in Richtung Mitte, bis ich statt einer großen Fläche weit verstreuter Kugeln eine kleinere dichtere Fläche hatte. So konnte ich sie mit einem Handfeger aufkehren und in den Messbecher schütten. Natürlich ging das Meiste daneben und sie verteilten sich dabei auch wieder im Raum, aber nach etwa zehn Pusten-Kehren Iterationen hatte ich auch die letzte erwischt.



Nachdem ich den umgedrehten Sitzsack kräftig geschüttelt hatte, um die darin enthaltenen Kügelchen bloß vom Reissverschluss fernzuhalten, öffnete ich diesen sehr vorsichtig, schob den Messbecher hinen, und zu meiner Erleichterung konnte ich durch kräftiges Schütteln alle Kügelchen zurück in den Sitzsack schütten, dann den Reissverschluss zu machen und wieder im vollständig befüllten Sitzsack versinken.

Jetzt wisst ihr welche Gefahren in einem Sitzsack lauern. Lasst eure also besser zu, so spart ihr euch viel Zeit die ihr mit Nichtstun sinnvoller verbringen könnt.


Caro schrieb am 2008-01-29 17:39:57

Ich will nicht wissen was du sonst noch für Partikel beim Aufheben der Kügelchen mit in deinen lieben Sitzssack befördert hast ;)

Luke schrieb am 2008-02-03 10:29:26

Max Goldt schrieb, dem Sitzsack würde ein comeback "prächtig stehen".

Sven Artschwager schrieb am 2008-02-27 16:50:59

sauber

emaN schrieb am 2008-03-12 11:27:34

Bisch doch künschler! :)
/reSet us schwiz!

ps. schrieb am 2008-03-12 11:29:15

nur ein schwerz, bin genfer....

Martin schrieb am 2008-03-15 23:28:16

Ich hätte ja den Staubsauger genommen. Wie?

Socke o.ä. über den schlauch und ab geht die Party :D

Wieso kann ich nicht auswählen ein Spambot zu sein und gleichzeitig posten :'(

Tobias schrieb am 2008-08-28 15:37:07

mmm... goatse?

sitzsack schrieb am 2010-07-06 16:51:26

lol. ist mir auch schon passiert, hab dann aber zum staubsauger gegriffen


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